Am 14.07.2021 gegen 21 Uhr wurden die ersten Einsatzkräfte aus dem Westerwald ins Hochwassergebiet entsendet, gegen 24 Uhr wurden dann weitere Kräfte aus dem Westerwaldkreis angefordert, hierunter auch Kräfte aus unseren Feuerwehren. Ab diesem Zeitpunkt waren über zwei Wochen rund 220 Einsatzkräfte aus der Verbandsgemeinde Montabaur in 12-Stunden-Schichten an verschiedenen Stellen im Einsatz. Insgesamt haben unsere Einsatzkräfte rund 4.000 Einsatzstunden in vielfältiger Weise im Hochwassergebiet oder auch bei der Einsatzvor- und -nachbereitung zu Hause erbracht.


Am 15.07.2021 ab 5.00 Uhr morgens begannen die Kräfte bei dem dann leicht zurückgehenden Wasser, Menschenleben im Ort Dernau zu retten und auch im Verlauf dort Personen zu bergen, welche in den reißenden Fluten ertrunken waren. Über Stunden hinweg konnten nicht alle Gebäude per Boot oder in Wathosen erreicht werden, da der Wasserstand noch zu hoch oder die Strömung zu stark war. Über den ganzen Tag wurde zusammen mit den Kameraden der Feuerwehr Selters versucht, die Menschen aus den Gebäuden zu retten, hierbei leistete der Multilader des Förderervereins der Feuerwehr Selters gute Dienste.


Zeitgleich wurden mit vier Hubschraubern unzählige Menschen von den Dächern gerettet. Auch halfen unsere Einsatzkräfte den Kameraden vom Sanitätsbataillon 5 aus Koblenz bei der Rettung der Dernauer Bevölkerung. Mit vielen Einsatzkräften aus dem Westerwald wurde Hand in Hand Hilfe geleistet, auch wenn es teilweise aussichtlos schien gegen die enorme Gewalt der Natur.



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



In den darauffolgenden Tagen verlagerte sich das Tätigkeitsfeld unserer Kameradinnen und Kameraden auf die Versorgung der Bevölkerung, Materialtransport, das Leerpumpen von Kellern, das Leerräumen von Gebäuden und auch das Sicherstellen des Grundschutzes für einige Ortschaften als Feuerwehreinheit.



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Das Ausmaß der Zerstörung, welches es seit Ende des Zweiten Weltkrieges in einem solchen Umfang nicht gegeben hat, verlangte allen Kräften eine außergewöhnliche Leistung ab. Es galt nicht nur die physischen und auch psychischen Eindrücke vor Ort zu verkraften, sondern auch die Bilder zu verarbeiten, welche sich schlagartig änderten, wenn das Ahrtal beim Schichtwechsel verlassen wurde. Der Dank der betroffenen Bevölkerung wurde nicht nur durch bemalte Hauswände, Tafeln oder Betttüchern allen Einsatzkräften entgegengebracht, sondern sogar auch bereits ab den ersten Stunden mit Kaffee oder belegten Broten, obwohl es kein Wasser oder Strom mehr gab. Hierzu wurden Kaffeetabs geöffnet und mit Trinkwasser auf einem Campingkocher erwärmt. Unzählige Gespräche wurden mit Einwohnern geführt, nicht nur um Fragen zu beantworten, ob wir wissen, wie es Freunden geht, sondern einfach um zuzuhören. Alsbald wurden wir seitens der Notfallseelsorge unterstützt.


Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Neben den Tätigkeiten im Hochwassergebiet an der Ahr waren noch Kräfte aus unseren Feuerwehren im Bereitstellungsraum Nürburgring eingesetzt. Hier wurden alle alarmierten Einsatzkräfte aus der Bundesrepublik und dem angrenzenden Ausland gesammelt, um sie von dort in die verschiedenen Orte rund um die Ahr zu entsenden. In den Spitzenzeiten trafen hier in den Abendstunden rund 5.000 Personen mit ihren Fahrzeugen und Gerätschaften von den Einsatzstellen ein, um sich zu verpflegen, auszuruhen und auf einen erneuten Einsatz am kommenden Tag vorzubereiten. Ebenso wurde von hier auch per Luft und per Achse eine unvorstellbare Menge von Hilfsgütern in die betroffenen Orte geliefert. In den ersten Tagen waren es überwiegend Lebensmittel und Trinkwasser, welche von der Bevölkerung dringend benötigt wurden. Kraftstoffe für allerlei Gerätschaften, Maschinen, Baustoffe und Material zur Bewältigung der Schadenslage folgten Zug um Zug. 


Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Das Zusammenspiel zwischen den weiteren Hilfsorganisationen wie DRK, Bundeswehr, Malteser, THW und vielen freiwilligen Helfern galt es jetzt real zu leben und nicht wie sonst nur bei Übungen. Um die notwendige Hilfe zu leisten, wurde auch von sonst üblichen Dienstanweisungen oder Vorschriften abgewichen, damit die Hilfe schnell und unkompliziert erfolgen konnte.


Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr



Hochwasser an der Ahr


Hochwasser an der Ahr


Neben den Einsatztätigkeiten an der Ahr musste jedoch auch noch der generelle Grundschutz in unserer Verbandsgemeinde aufrechterhalten werden, um Sie, unsere Bürgerinnen und Bürger, zu schützen. Hierzu waren immer genügten Kräfte verfügbar. Die an der Ahr eingesetzten Kräfte wurden eingeteilt und mit Shuttle-Bussen der Feuerwehr ausgetauscht. Teilweise erfolgte auch ein Wechsel mit den Einsatzfahrzeugen, um diese vor dem erneuten Einsatz zu reinigen und mit Material zu bestücken.



Feuerwehr Montabaur



Hochwasser an der Ahr



Das alles geht nur mit vielen ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern, welche sich zum Dienst am Nächsten engagieren. Ein Dank gilt allen Partnerinnen und Partnern, den Arbeitgeber, welche unsere Einsatzkräfte für die vielen Einsatzstunden entbehrt oder freigestellt haben. Ohne Sie alle würde eine solche Hilfeleistung nicht realisierbar sein! Denn auch wir könnten einmal in eine Lage kommen, in der wir auf andere angewiesen sind, und uns darauf verlassen können, dass Hilfe zu uns kommt.


Wollen auch Sie eine Retterin oder Retter von morgen sein und sich in unserer Verbandsgemeindefeuerwehr engagieren, dann würden wir uns sehr freuen, Sie begrüßen zu dürfen. Selbst die jüngsten Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit sich in unseren Bambini-Feuerwehren oder den Jugendfeuerwehren für den aktiven Dienst, welcher ab 16 Jahren möglich ist, vorzubereiten und ihre Freizeit mit einer ganz besonderen Art der Nächstenliebe zu gestalten. Kontaktmöglichkeiten bei Ihrer örtlichen Feuerwehr oder auf der Homepage der Verbandsgemeinde Montabaur unter „Bürgerservice/Feuerwehren“.


Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier: Hochwasser an der Ahr


Jens Weinriefer

Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehr Montabaur








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