Tourismus


Barrierefreiheit auf dem Prüfstand


Barrierefreiheit: Region Montabaur auf dem Prüfstand

Wer zwei gesunde Füße zum Laufen hat, der braucht sich über Treppen, Absätze und Kopfsteinpflaster keine Gedanken zu machen. Ganz anders sieht die Welt aus für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt und auf einen Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen sind.





 


Da werden Stufen schnell zu unüberwindbaren Barrieren, wenn man allein unterwegs ist. Genau diese Barrieren hat die Geographie-Studentin Jasmin Vietze im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ins Visier genommen und die Unterkunftsbetriebe in der Verbandsgemeinde Montabaur auf Barrierefreiheit hin untersucht. Jetzt überreichte sie ihre Bachelorarbeit an Bürgermeister Edmund Schaaf.

 

Für ihre Arbeit mit dem Titel „Tourismus für Alle oder Tourismus für Einige?“ hatte Jasmin Vietze alle 55 Unterkunftsbetriebe in der VG Montabaur angeschrieben, 40 Betriebe beteiligten sich schließlich an der Befragung. Ergänzend führte die Studentin Interviews mit regionalen Tourismusexperten durch. Die Auswertung der Daten ergab, dass nur 2 Übernachtungsbetriebe als barrierefrei, 8 als teilweise barrierefrei und 30 als nicht barrierefrei einzustufen sind. „Es gibt ein deutliches Wissensdefizit, was alles zum Thema Barrierefreiheit dazugehört. Immerhin gaben aber 12 Befragte an, dass sie Interesse an Weiterbildungsmaßnahmen haben“, fasst Vietze zusammen. Die Gründe dafür, dass eine Unterkunft nicht barrierefrei gestaltet ist, sind indes vielfältig. So gaben die Befragten vor allem die geringe Nachfrage seitens der Gäste an, nannten aber auch die hohen Kosten, die beim Umbau ihres Betriebes in eine barrierefreie Unterkunft anfallen würden. Dem gegenüber sehen die Gastgeber aber auch das mögliche Potential barrierefreier Unterkünfte: Hierzu zählen die Akquise neuer Gästegruppen, die Aufbesserung des Images und eine möglicherweise bessere Auslastung in der Nebensaison. Als wichtigen Faktor führten die Befragten auch den demografischen Wandel an, der den barrierefreien Tourismus zu einem Zukunftsthema werden lässt: In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, müssen sich auch die touristischen Leistungsträger stärker auf Menschen mit Einschränkungen in der Mobilität und der Wahrnehmung (z.B. beim Hören, Sehen oder Lesen) einstellen. Die Einschränkungen in der Wahrnehmung spielten bei der Befragung eine untergeordnete Rolle. Hierbei komme es vor allem auf eine Sensibilisierung und Schulung des Personals an, so Vietze.

 

Bürgermeister Edmund Schaaf bedankte sich für die engagierte Arbeit und die umfangreiche Analyse der Situation. „Ich weiß, dass die Ergebnisse wenig schmeichelhaft für unsere touristische Region sind. Aber sie zeigen uns Ansatzpunkte auf, wo etwas verbessert werden könnte. Mit Ihrer Untersuchung haben Sie eine Sensibilität für das Thema Barrierefreiheit geschaffen. Damit ist ein Anfang gemacht.“ Auch die Tourismusbeauftragte Karin Maas weiß um den Stellenwert des Themas: „Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel ist Barrierefreiheit auch im Tourismus ein wichtiges Zukunftsthema. Wir müssen Angebote für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen vorhalten und diese auch entsprechend bewerben. Das gilt für den Hotellerie- und Gastronomiebereich ebenso wie für Freizeitangebote.“ Im Sommer will Maas mit ihrem Team einen eigenen Flyer mit dem Titel „Barrierereduziert unterwegs im südlichen Westerwald“ herausgeben, der einen Überblick über Unterkunfts- und Gastronomiebetriebe sowie über die Kultur- und Freizeiteinrichtungen gibt, die barrierereduziert nutzbar sind. 

 

 Aus dem Tourismus für Einige soll in der VG Montabaur ein Tourismus für Alle werden. Dafür wollen sie sich gemeinsam stark machen: (v.l.) Tourismusbeauftragte Karin Maas, Bürgermeister Edmund Schaaf und Jasmin Vietze, die derzeit in der Tourist-Information in Montabaur arbeitet.


Aus dem Tourismus für Einige soll in der VG Montabaur ein Tourismus für Alle werden. Dafür wollen sie sich gemeinsam stark machen: (v.l.) Tourismusbeauftragte Karin Maas, Bürgermeister Edmund Schaaf und Jasmin Vietze, die derzeit in der Tourist-Information in Montabaur arbeitet.

 

 


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