Wer unter Atemschutz in ein brennendes Gebäude vorgeht, muss auch unter hoher körperlicher Belastung Situationen richtig einschätzen, Gefahren erkennen und gemeinsam mit dem Atemschutztrupp schnell und sicher handeln. Genau hier setzt die Weiterbildung an. Neben einzelnen Techniken trainieren die Feuerwehrangehörigen deshalb vor allem taktische Abläufe und das Zusammenspiel im Trupp.
Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Bausteine, die auf die Anforderungen eines Brandeinsatzes vorbereiten:
- Basistraining Brandbekämpfung
- taktisches Vorgehen bei der Brandbekämpfung
- Strahlrohr- und Ventilationstechniken
- Training in einem offenen Brandraum-System
- Zugänge zu Brandräumen mit und ohne Tür
- Vorgehen in Brandräumen unter Einsatzbedingungen
- Nutzung von Atemschutzgeräten während der Ausbildung

Training mit echtem Feuer
Eine Besonderheit der Weiterbildung ist das Training in einer feststoffbefeuerten Anlage. Anders als bei einer gasbefeuerten Trainingsanlage wird der Brandraum mit festen Brennstoffen, beispielsweise Holz, befeuert. Dadurch entstehen reale Brandverläufe mit Hitze, Rauch und thermischen Belastungen.
Die Einsatzkräfte können beobachten und unmittelbar erleben, wie sich ein Feuer entwickelt, wie sich Rauch und Hitze im Raum verteilen und welchen Einfluss das eigene Handeln auf das Brandgeschehen haben kann. Wird beispielsweise eine Tür geöffnet oder die Strahlrohrtechnik verändert, kann sich die Situation im Brandraum deutlich verändern.
Das Training findet unter kontrollierten und überwachten Bedingungen statt. Ziel ist nicht, möglichst große Hitze auszuhalten. Vielmehr lernen die Feuerwehrangehörigen, das Brandgeschehen richtig einzuschätzen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und ihre Maßnahmen taktisch sinnvoll einzusetzen.
Gemeinsam handeln und Entscheidungen sicher treffen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel innerhalb des Atemschutztrupps. Die Teilnehmer trainieren nicht nur einzelne Handgriffe, sondern durchlaufen gemeinsam komplexe Einsatzsituationen. Anschließend werden die Erfahrungen ausgewertet, um Vorgehensweisen und Abläufe weiter zu festigen und zu optimieren.

Damit wird theoretisches Wissen unter realitätsnahen Bedingungen praktisch erfahrbar. Die Einsatzkräfte sammeln Erfahrungen mit Situationen, die sich in dieser Form nur schwer im regulären Ausbildungsdienst darstellen lassen.
Die vier für 2026 geplanten Seminare sind ein wichtiger Bestandteil der kontinuierlichen Aus- und Fortbildung der Atemschutzgeräteträger in der Verbandsgemeinde Montabaur. Mit der neuen Ausbildungsmaßnahme wollen die Feuerwehren das hohe fachliche Niveau ihrer Einsatzkräfte sichern und ihre Einsatzbereitschaft nachhaltig stärken.
Denn gerade bei einem Einsatz unter Atemschutz können sich Situationen innerhalb kurzer Zeit verändern. Dann müssen die Einsatzkräfte auf ihr Wissen, ihre Erfahrung und aufeinander vertrauen können. Realitätsnahes Training schafft dafür eine wichtige Grundlage und trägt damit unmittelbar zur Sicherheit der Feuerwehrangehörigen im Einsatz bei.


