Demokratie erleben im Deutschen Bundestag
Ein Höhepunkt der Fahrt war der Besuch des Deutschen Bundestages. Nach einem Informationsvortrag und einem persönlichen Gespräch mit dem Westewälder Bundestagsabgeordneten Harald Orthey erhielt die Gruppe die Gelegenheit, die laufende 88. Plenarsitzung vom umlaufenden Besuchergang aus zu verfolgen. Obwohl hierfür ursprünglich kein Termin vorgesehen war, ermöglichte eine glückliche Fügung diesen besonderen Einblick in den parlamentarischen Alltag. Für die Jugendlichen war es beeindruckend, bekannte Politikerinnen und Politiker einmal nicht aus den Nachrichten, sondern live bei ihrer Arbeit zu erleben. Die Möglichkeit, die Debatte aus nächster Nähe zu verfolgen, machte politische Prozesse greifbarer und zeigte, wie parlamentarische Arbeit im Alltag funktioniert. „Die Zeit im Bundestag war viel spannender als erwartet“, fasste Toni seine Eindrücke zusammen. Den Abschluss des Bundestagsbesuchs bildete die Besichtigung der Reichstagskuppel mit ihrem beeindruckenden Blick über die Hauptstadt.
Berlin entdecken

Neben den politischen Programmpunkten blieb genügend Zeit, Berlin eigenständig zu erkunden. Gemeinsam besuchte die Gruppe die East Side Gallery und genoss ein Picknick direkt an der Spree mit Blick auf die Oberbaumbrücke. Außerdem führte die Reise zu zahlreichen bekannten Orten der Hauptstadt, darunter das Brandenburger Tor, der Bundesrat, die Gedenkstätte Berliner Mauer mit einem der letzten erhaltenen Mauerabschnitte sowie der allgegenwärtige Fernsehturm, der die Jugendlichen während ihrer Streifzüge immer wieder begleitete. Auch ein Besuch im Futurium stand auf dem Programm. Dort setzten sich die Jugendlichen interaktiv mit Zukunftsfragen rund um Gesellschaft, Technologie und Nachhaltigkeit auseinander und haben sich mit der Frage beschäftigt, wie unsere Welt von morgen aussehen könnte.
Berlin selbstständig erkunden
Ein besonderes Erlebnis war außerdem der Besuch der Dachterrasse des Bikini Berlin. Von dort bot sich ein ungewöhnlicher Blick direkt in den Berliner Zoo – eine Perspektive, die viele der Jugendlichen so nicht erwartet hatten. Für kulinarische Abwechslung sorgte am Donnerstagabend der Besuch des Street Food Thursdays in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Hier konnten die Jugendlichen Spezialitäten aus aller Welt probieren und das besondere Flair der Berliner Streetfood-Szene erleben.
Neben ausgedehnten Streifzügen durch verschiedene Berliner Stadtviertel standen auch Shoppingtouren sowie eine Fahrradtour über das Tempelhofer Feld auf dem Programm. Dort konnten die Jugendlichen die besondere Atmosphäre des ehemaligen Flughafengeländes erleben. Auch eine gemeinsame Runde im Zweier-Kart sorgte für viel Spaß und Abwechslung. „Gerade die selbstständig gestalteten Zeiten in der Stadt waren ein wichtiger Bestandteil der Fahrt. Die Jugendlichen übernahmen Verantwortung, trafen Entscheidungen in der Gruppe und orientierten sich sicher mit U-Bahn, S-Bahn und Bus durch die Hauptstadt“, erzählen Larissa Metz und John Lynen. „Dabei sammelten sie Erfahrungen, die weit über den eigentlichen Aufenthalt hinaus von Bedeutung sind: Selbstständigkeit, Orientierung, Kommunikation und gegenseitige Unterstützung. Das sehen wir als großen Erfolg“

Gemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse
Auch der Gemeinschaftsgedanke kam nicht zu kurz. Die Abende ließ die Gruppe regelmäßig bei Fußballspielen auf dem Bolzplatz des Hostels ausklingen. Für einen kleinen Running Gag sorgten die Jugendlichen selbst: An den vier Tagen in Berlin haben sie tatsächlich viermal Döner gegessen. „Mir hat gefallen, dass wir Berlin auch selbst erkunden konnten“, berichtet Emma. Gerade die Mischung aus festen Programmpunkten, politischer Bildung und eigenen Entdeckungsmöglichkeiten machte für sie den besonderen Reiz der Reise aus.
Demokratie erleben und Zukunft gestalten – Berlin ist ein Reise wert
Neben zahlreichen neuen Eindrücken nahmen die Jugendlichen vor allem eines mit nach Hause: Demokratie lebt vom Mitmachen. Die Fahrt zeigte, wie politische Entscheidungen entstehen, welche Möglichkeiten der Mitbestimmung es gibt und wie wichtig es ist, sich selbst einzubringen, so das Fazit der Projektleiterin Larissa Metz. Gleichzeitig wurden wichtige Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Rücksichtnahme gestärkt. Am Ende war sich die Gruppe einig: „Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei.“ JumaZu möchte die Berlinfahrt künftig als festen Bestandteil seines Angebots der politischen Jugendbildung etablieren und auch in den kommenden Jahren jungen Menschen die Möglichkeit geben, Politik dort zu erleben, wo sie gemacht wird. Ziel von JumaZu ist es, Jugendliche für gesellschaftliches Engagement zu begeistern, ihre Beteiligungsmöglichkeiten sichtbar zu machen und Demokratie praktisch erfahrbar werden zu lassen.


