Regenrückhaltebecken bei Niedererbach neugestaltet

Der Fischbach fließt von Südwesten (aus Richtung Nentershausen) in die Ortslage von Niedererbach und mündet dort in den Erbach. Ebenso – nur wenige Meter entfernt – der Sandbach, so dass der Erbach bei Stark- oder Dauerregen innerhalb kürzester Zeit sehr viel Wasser aufnehmen muss. Für den Sandbach hat die Ortsgemeinde im Rahmen des Hochwasservorsorge-Konzept ein Staubauwerk mit Rückhaltebecken errichten lassen. Am Fischbach sind nun die VG-Werke, Betriebszweig Abwasser, aktiv geworden und haben ein altes Regenrückhaltebecken so hergerichtet, dass es modernen Standards entspricht und seiner Funktion, nämlich Regenwasser zurückzuhalten und gedrosselt abfließen zu lassen, wieder gerecht wird.

 

Am oberen Ende des Beckens befindet sich noch ein Entwässerungskanal von der ICE-Trasse. Frank Bartels erläutert, wie im Bedarfsfall die Ölabscheidung funktioniert.

Das alte Wiesenbecken liegt mitten im Wald oberhalb von Niedererbach. Die Bahn hatte es Anfang der 2000er errichtet als Entwässerung der damals neu gebauten ICE-Trasse. Jetzt haben die VG-Werke die Anlage übernommen. Das Becken wird in Richtung der Ortslage von einem Damm begrenzt, der von Spaziergängern oft zum Überqueren des Bachs genutzt wird. In der Sohle des Damms befindet sich ein Rohr, das der Fischbach und das anfallende Regenwasser der ICE-Trasse abfließen, wie Projektleiter Frank Bartels von den VG-Werken erklärt. Die Anlage wurde jahrelang nicht ausreichend gepflegt, so dass Äste und Steine aus dem Bach und dem angrenzenden Wald die Verrohrung schnell zugesetzt haben. Häufig stand Wasser in dem Becken, weil es kaum etwas durch den verstopften Durchlass kam. Inzwischen fließt der Fischbach wieder ungehindert durch das Rohr im Damm. Ein Rechen fängt Dreck ab und das Regenrückhaltebecken enthält, wenn es nicht gerade stark regnet, ansonsten kein Wasser - bis auf den Bachlauf. „Den Fischbach haben wir bewusst in seinem natürlichen Verlauf belassen, weil die Fließgeschwindigkeit durch die Kurven reduziert wird“, erklärt Bartels weiter. Am oberen Ende des Beckens befindet sich ein kleines Erdbecken, in dem Öl aufgefangen werden kann. Der Grund: Die beiden Entwässerungskanäle der Bahn münden nach wie vor in das Regenrückhaltebecken. Bei einem Defekt an einem Zug könnte auf diesem Wege Öl in die Entwässerung gelangen, das wird aber durch das Ölauffangbecken verhindert.

 

Beim Besuch des neuen alten Regenrückhaltebeckens ließen sich Ortsbürgermeister Andreas Neubert und Werkleiter Andreas Klute mit seinem Team die genaue Funktionsweise erklären. „Wir haben schon bemerkt, dass das Becken jetzt seine Funktion wieder erfüllt. Es ist enorm: Bei Starkregen kommt der Fischbach nicht mehr so schnell in den Ort geschossen. Er führt dann auch weniger Wasser“, berichtet Neubert dem Team der VG-Werke. „Ich bin froh, dass wir auf diese Weise auch den Erbach entlasten können.“

 

Regenrückhaltebecken

Die VG-Werke betreiben insgesamt 60 Regenrückhaltebecken (RRBs) in den 24 Ortsgemeinden und der Stadt Montabaur. Die RRBs haben die Aufgabe, bei Starkregen das Wasser zu sammeln und dann gedrosselt in einen natürlichen Abfluss (z.B. Bach oder Graben) abzugeben. So wird einer Überlastung der Bäche und Gräben vorgebeugt, denn diese sind nicht dafür ausgelegt, wenn bei Starkregen in kurzer Zeit große Wassermengen anfallen. Die RRBs sind als naturnahe Wiesenbecken außerhalb der Ortslagen angelegt, so wie am Fischbach. Sie müssen gepflegt, gemäht oder beweidet und nach Starkregen kontrolliert werden. Zusätzlich müssen noch die Flächen der Kläranlagen und Pumpstationen gemäht und gepflegt werden. Sie haben zusammen eine Fläche von 280.000 Quadratmeter.

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