Groß angelegte Brandschutzübung im Haus Roßberg

Das angenommene Szenario: starke Rauchentwicklung im Gebäude mit mehreren eingeschlossenen Personen. Insgesamt sieben Statisten mussten von den Einsatzkräften gerettet werden – darunter drei Personen auf Balkonen, zwei weitere aus innenliegenden Küchenräumen sowie zwei Personen vom Dach des Gebäudes. Ziel der Übung war es, die Abläufe im Ernstfall möglichst realitätsnah zu trainieren und die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte unter schwierigen Bedingungen zu erproben.

Besonders war die Übung jedoch nicht nur aufgrund des Szenarios selbst, sondern auch wegen der besonderen Situation der Bewohnerinnen und Bewohner. Viele der im Haus Roßberg untergebrachten Menschen stammen aus Krisen- und Kriegsgebieten. Sirenen, Rauch oder ein Großaufgebot an Einsatzkräften können bei einigen Betroffenen Erinnerungen an belastende oder traumatische Erlebnisse hervorrufen. Gleichzeitig sind Brandschutzübungen und das richtige Verhalten im Notfall in vielen Herkunftsländern weniger verbreitet oder anders organisiert als in Deutschland.

„Uns war wichtig, die Bewohnerinnen und Bewohner frühzeitig einzubinden und die Übung sensibel zu begleiten“, erklärt Johanna Schubert-Ergün, Leiterin des Hauses Roßberg. „Gerade wegen der noch relativ neuen Nutzart von Haus Roßberg, hat es mich besonders gefreut, dass man sich mit der Übung bestmöglich auf einen Ernstfall vorbereiten konnten – das gilt sowohl für die Feuerwehren als auch die Bewohnerschaft und Mitarbeitenden im Hause.“

Auch für die Feuerwehr war die Übung besonders lehrreich. „Die Übung wurde über einen längeren Zeitraum intensiv vorbereitet. Dabei war die enge und vertrauensvolle Abstimmung mit der Einrichtungsleitung ein wichtiger Faktor, der hervorragend funktioniert hat“, erklärt Florian Bach, Zugführer der Feuerwehr Montabaur und Übungsleiter der Brandschutzübung. „Trotz sprachlicher Barrieren hat die Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gut funktioniert. Gerade solche Übungen zeigen, wie wichtig realitätsnahe Szenarien sind, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Das Übungsziel sei vollständig erreicht worden.

Vor Ort machten sich auch Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher sowie der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Tobias Panne, ein Bild von der Übung. Panne unterstützte die Übung zudem selbst als Statist. Ebenfalls anwesend waren Helene Rörig, Fachbereichsleiterin der Verbandsgemeindeverwaltung, die ebenfalls als Statistin teilnahm, sowie Manuela Perez als zuständige Sachgebietsleitung.

Die Übung verlief erfolgreich und hinterließ bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck. Am Ende waren sich Einsatzkräfte und Verantwortliche einig: Gut vorbereitet zu sein, ist entscheidend – auch wenn alle hoffen, dass ein solcher Einsatz niemals Realität wird.

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