Einweihungsfeier

Bevor der große Ansturm der Leser und neugierigen Bürger kommt, hatte Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher die Mitglieder des Stadtrats und des Kulturausschusses sowie alle Projektbeteiligten zu einem Pre-Opening eingeladen. Viele hatten ihre Familien mitgebacht, so dass die Stadtbürgermeisterin umringt von Kindern das symbolische Band vor dem neuen Kinderbereich durchschneiden konnte. Begeistert eroberten sie die neuen Spielangebote. In ihrem Grußwort dankte die Stadtbürgermeisterin allen, die mit angepackt haben, ohne die es nicht geklappt hätte und hob dabei das Team der Stadtbibliothek hervor, zu dem neben Carina Senko auch Ursula Kingen, Susann Walter-Hahn, Lukas Wilhelmi, Diane Müller-Lopez, Luisa Merz und Klaudia Zude gehören. Dann wurde Melanie Leicher persönlich: „Ich lese jeden Tag in einem Buch. Lesen ist mehr als nur Freizeitbeschäftigung. Lesen fördert Kreativität, es schafft Bildung, bewahrt Geschichte, öffnet neue Perspektiven. Eine Bibliothek ist deshalb kein Luxus. Sie ist ein Ort der Chancen, der Begegnung, der Demokratie“, so ihr Bekenntnis, für das sie viel Applaus erhielt.
Der neue Standort

Die neuen Räume befinden sich in der Sauertalstraße 19 im Erdgeschoss. Hier war bislang die Volkshochschule (vhs) Montabaur untergebracht, die ins erste Obergeschoss umgezogen ist. Mit rund 450 Quadratmetern Nutzfläche hat die Bibliothek hier fast ebenso viel Platz wie zuvor am Konrad-Adenauer-Platz. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, neue Strukturen zu schaffen und die Bereiche anders aufgeteilt. Es Ist uns wichtig, dass es für Familien mit Kindern mehr Platz und mehr Spielmöglichkeiten gibt“, berichtet Carina Senko, die Leiterin der Bibliothek. Nun gibt es einen eigenen Raum für Kinder bis neun Jahre, nebenan stehen die Bücher für die 10-12-Jährigen, im Lesecafé gibt es neben Zeitungen und Zeitschriften auch Tee und Kaffee und im Medienraum sind Brettspiele, DVDs, Hörbücher für Erwachsene und die Bibliothek der Dinge untergebracht. Im großen Raum befindet sich die neue Ausleihtheke, die Bereiche Sachbücher, Romane und Jugendliteratur (einschließlich Fantasy) sowie ein öffentlicher Computer mit Internetzugang und Bibliothekskatalog. Zwischen den Regalen stehen Sessel, Sofas, Bänke, Stühle und Tische zum Schmökern, Arbeiten und für einen leisen Plausch zwischendurch.
Umbau, Renovierung und Kosten

Um das Obergeschoss für die vhs und das Erdgeschoss für die Stadtbibliothek herzurichten, waren zahlreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten erforderlich. Sie umfassten neben Brandschutzmaßnahmen, neuen Böden, Wandfarbe und Akustikdecken auch Elektroinstallationen, eine neue Schließanlage, ein behindertengerechtes WC sowie Küchen für die Besucher und Mitarbeiter beider Einrichtungen. Insgesamt hat die Stadt Montabaur für alle Maßnahmen zusammen rund 310.000 Euro ausgegeben.
Der neue Kinderbereich

Die Stadtbibliothek hat die Leseförderung als Schwerpunkt und will ein Aufenthaltsort für Familien mit Kindern sein. Entsprechend wurde der neue Kinderbereich großzügig angelegt mit niedrigen Regalen in „Kinderhöhe“, Sitzhockern, kleinen Tischen, Teppichen, Kissen, Sofas und Sitztieren sowie einer Kuschelhöhle. Ein Motorikwürfel und der interaktive Spielwürfel „Kuti“ ergänzen das Spielangebot für die Altersgruppe bis neun Jahre. Besonderer Blickfang ist das große Wandgemälde des Grafitti-Künstlers Daniel Schmitz alias „Dater127“ das zeigt, wie Bücher in himmlische Traumwelten entführen. Die Einrichtung wurde vom Land mit 16.000 Euro gefördert.
Der Umzug

Rund 25.000 physische Medien, also Bücher, CDs, DVDs, Tonies, Brettspiele, Zeitungen und Zeitschriften, gehören zum Bestand der Stadtbibliothek, außerdem - als Besonderheit - die Bibliothek der Dinge. Das Team der Stadtbibliothek hat den Umzug selbst organisiert, also geplant und vorbereitet, Kisten ein- und wieder ausgepackt, Regale befüllt und Sitzmöbel platziert und vieles andere mehr. Mit dem Transport der Kisten, Regale und Möbel war die Firma MPM Logistic beauftragt, auch der städtische Bauhof erledigte einige Arbeiten. „Es war alles gut durchdacht und hat bestens geklappt. Ich danke meinem Team sowie allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Das war wirklich großartig“, so die Leiterin Carina Senko.
All you can read
Ihr besonderer Dank gilt den Lesern der Stadtbibliothek, die den Umzug über die Aktion „All you can read“ unterstützt haben. Die Idee war so einfach wie einleuchtend: „Je mehr Bücher ausgeliehen sind, umso weniger müssen wir umziehen“, erklärt Senko das Prinzip. Während normalerweise etwa 6.000 der physischen Medien ausgeliehen sind, waren es über die Umzugszeit mehr als 10.000. Unterm Strich konnten so rund 400 der geplanten 1.000 Umzugskartons eingespart werden. „Das war eine große Erleichterung und zeigt die Verbundenheit der Leserschaft mit unserer Bibliothek.“ Knapp 3.000 Personen gehören zum aktiven Kundenstamm der Stadtbibliothek.
Warum ist die Stadtbibliothek umgezogen?
Die bisherigen Räume gehören zum Gebäudekomplex des VG-Rathauses am Konrad-Adenauer-Platz. Die Verwaltung zieht voraussichtlich im Laufe dieses Jahres in das neue Verbandsgemeindehaus am Gerberhof. Dann soll der gesamte Gebäudekomplex (allerdings ohne das historische Rathaus) in eine Jugendherberge umgebaut werden. Die Stadtbibliothek ist als erste Einheit ausgezogen, das Stadtarchiv zieht im Laufe des Frühjahrs ins Quartier Süd um.



