Projektverlauf und Vorgehensweise
„Wir kommen planmäßig voran und haben jetzt die Hälfte aller Leuchten umgerüstet“, berichten die beiden Projektleiter Kay Bröhl und Rafael Platzek vom Team Straßenbau bei der VG-Verwaltung. In nahezu allen Ortsgemeinden sowie der Stadt und ihren Stadtteilen wurde schon gearbeitet. „In Daubach sind wir schon fertig, in Nomborn fangen wir erst im März an“, so die beiden Projektleiter. Der unterschiedliche Arbeitsstand in den Ortsgemeinden resultiert aus der besonderen Vorgehensweise: Die Straßenleuchten werden je nach Masthöhe umgerüstet und nicht Straße für Straße und Ort für Ort. Die neuen Leuchten werden ab Werk mit einer vorgefertigten Kabellänge geliefert, die jeweils zu einer bestimmten Masthöhe passt. Ansonsten müssten bei niedrigen Laternenmasten immer mehrere Meter Kabel abgeschnitten werden. Durch diese Vorgehensweise kann viel Kabelmüll vermieden werden.
Verschiedene Leuchtenmodelle
Bisher wurden nur sogenannte technische Leuchten verbaut, ab März beginnt die ausführende Firma Siteco damit, die historischen und dekorativen Leuchten zu installieren, insbesondere in Nomborn, Eitelborn und Gackenbach.
Adaptive Elemente sind keine Kameras

Alle neuen Leuchten sind „online“ mit der Zentrale in Montabaur verbunden und werden von dort gesteuert. „Das adaptive Element an der Leuchte ist keine Kamera. In der Kapsel ist lediglich ein Bewegungsmelder enthalten. Eine flächendeckende Videoüberwachung ist weder von der Verwaltung gewünscht noch wäre sie rechtlich zulässig“, stellt Sachgebietsleiter Kay Bröhl fest, nachdem zahlreiche Anfragen bei der Verwaltung eingegangen sind.
Lichtstärke und Steuerung
Nach Fastnacht beginnen die beiden Projektleiter damit, die Steuerung in Betrieb zu nehmen. Bei der Installation wurden die Leuchten auf 100% Leuchtleistung eingestellt. Nun werden im ersten Schritt alle bereits installierten Leuchten auf die vorgesehene Standardstärke reduziert. „Wenn wir die Lichtstärke auf unser Standardmaß reduziert haben, werden wir durch alle Straßen fahren und uns das ansehen. Dann können wir individuell nachsteuern, also einige Bereiche oder Straßen heller oder noch dunkler machen. Das müssen wir Schritt für Schritt ausprobieren. Die Anpassungen werden mit den Ortsbürgermeistern oder Ortsvorstehern abgestimmt.“
Helligkeitssensoren
Zusammen mit der Steuerung der Lichtstärke werden auch die Helligkeitssensoren freigeschaltet, die an ausgewählten Standorten installiert sind. Im System ist eine bestimmte Uhrzeit eingestellt, wann die Leuchten abends an- und morgens wieder ausgehen sollen. Das variiert nach Jahreszeit. Abweichend davon können die Helligkeitssensoren dafür sorgen, dass das Licht früher angeht, wenn es an trüben Tagen früher dunkel wird oder umgekehrt das Licht früher ausschalten, wenn es am morgen früh hell wird. „Auch das werden wir beobachten und bei Bedarf nachsteuern“, berichtet Rafael Platzek, der die Steuerung des Systems aufbaut.
Pilotphase in Daubach
Daubach ist als erste Ortsgemeinde in der VG komplett mit neuen LED-Leuchten ausgestattet. Hier wird in einer Pilotphase neben der neuen Lichtstärke bereits der nächste Schritt getestet: die adaptive Steuerung über Bewegungsmelder. Dabei werden nur die Straßen und Wege hell beleuchtet, die gerade genutzt werden. Die Steuerung ist so programmiert, dass jeweils ein ganzer Bereich angeschaltet wird, um sogenannte Lauflichter zu vermeiden. Wenn niemand mehr vorbeigeht oder – fährt, dimmt sich die Leuchte nach einigen Minuten automatisch auf etwa 10% ihrer Leistung herunter. Die Pilotphase in Daubach wird voraussichtlich bis Ende Februar dauern. „Wenn wir die Ergebnisse ausgewertet haben, werden wir die Einstellungen auf die anderen Ortsgemeinden übertragen und vor Ort überprüfen, ob es passt“, erläutern die beiden Fachmänner ihre Vorgehensweise
Neue Leuchte – trotzdem dunkel?
Bei der Umrüstung kommt es hin und wieder vor, dass einzelne Leuchten abends nicht angehen, andere leuchten dafür auch tagsüber. „Im Rahmen der Bauabnahme werden diese Fehler behoben“, versprechen die Projektleiter Kay Bröhl und Rafael Platzek. „Wir können nicht an allen Orten gleichzeitig sein. Aber unser Steuerungssystem im Rathaus zeigt an, welche Leuchten korrekt arbeiten und wo es Probleme gibt. Darum kümmern wir uns Zug um Zug. Wir bitten um Geduld.“
Laternenmasten bitte freischneiden

Die Laternenmasten stehen überwiegend auf öffentlichem Grund, teils auch auf privaten Grundstücken. Einige Masten sind von Hecken oder Büschen eingeschlossen oder von Rankpflanzen und Bodendeckern umwuchert. Die Bürger werden gebeten, die Laternenmasten auf oder neben ihren Grundstücken zu kontrollieren und bei Bedarf freizuschneiden, damit die Monteure ungehindert die Klappe öffnen können. Dazu bitte den Bereich etwa 50 Zentimeter rechts und links vom Mast bis ein paar Zentimeter oberhalb der Klappe freischneiden; außerdem einen Arbeitsbereich von etwa einem Quadratmeter vor dem Mast freihalten.


