Radweg Holler-Montabaur (Bild: Sweco)


Radwegeverbindung Holler-Montabaur ist machbar

Ein kombinierter Fuß- und Radweg zwischen Holler und Montabaur ist machbar. Das ist das Ergebnis einer verkehrsplanerischen Studie, die die Verbandsgemeinde Montabaur in Auftrag gegeben hatte, um das Projekt schneller voran zu bringen.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie prüfte ein Fachbüro verschiedene Routen für einen alltagstauglichen Weg, ...




 

... schlug Varianten vor, benannte die Knackpunkte und ermittelte den Kostenrahmen. Klarer Favorit: ein straßenbegleitender Weg östlich der L326 von Holler nach Montabaur mit einer Erweiterung der Brücke über den Stelzenbach und einer eigenen Fußgänger-Radfahrer–Brücke über die L313 (Richtung Gelbachtal) und die B 49. Die Kosten dafür werden auf 3-4 Mio. Euro geschätzt. Das Planungsbüro Sweco stellte die ausführliche Studie vor Vertretern aus Verbandsgemeinderat, Ortsgemeinderat Holler, Stadtrat Montabaur und der Bürgerinitiative „Radweg jetzt!“ vor. Die Forderung: Das Land Rheinland-Pfalz soll die Machbarkeit anerkennen und den Neubau des Weges möglichst bald in den Investitionsplan für den Straßenbau aufnehmen.



Rückblick


Seit mehr als 25 Jahren bemüht sich die Ortsgemeinde Holler um einen Rad- und Fußweg nach Montabaur und hat ihr Anliegen immer wieder an verschiedenen Stellen vorgetragen. Im Rahmen einer Flurbereinigung (1996 bis 2008) wurde eine Trasse westlich der L326 angedacht und entsprechende Flächen dafür parzelliert. 2009 und 2011 beantragte die Verbandsgemeinde (VG)Montabaur förmlich beim Land den Bau eines solchen Weges, die Verbindung wurde aber nicht ins Radwegenetz des Landes aufgenommen. 2013 ließ das Land die Brücke über den Stelzenbach, auf der die L326 verläuft, aufwendig sanieren – allerdings ohne einen Fuß-/Radweg anzulegen oder auch nur vorzusehen. 2018 wurde bekannt, dass die Brücke, auf der die L326 über die B49 geführt wird, ebenfalls zur Sanierung ansteht. Der für die Brückensanierung und den Bau des Fuß-/Radweges zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) lehnte es ab, die Brücke so zu sanieren, dass neben den beiden Fahrspuren für die Autos noch ein Fuß-/Radweg darauf untergebracht werden könnte. Die Brücke sei dafür statisch nicht geeignet, außerdem sei nicht klar, ob eine Fuß-/Radweg zwischen Holler und Montabaur überhaupt machbar sei und die Verbindung sei deshalb nicht im Investitionsplan des Landes bis 2023 vorgesehen, so die Begründung des LBM. Auf Druck der VG wurde der Weg inzwischen zumindest in das großräumige Radwegenetz des Landes aufgenommen. Im Sommer hatte der Verbandsgemeinderat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, „um dem ewigen Argument des LBM, man wisse gar nicht, ob der Fuß-/Radweg überhaupt realisierbar ist, endlich Fakten entgegen stellen zu können. Die liegen jetzt auf dem Tisch“, so Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich beim Infoabend in Holler.



Machbarkeitsstudie


Nach einer gründlichen Untersuchung der örtlichen Gegebenheiten legte das Büro Sweco, spezialisiert auf Mobilitäts- und Verkehrsplanung, eine Studie vor, in der die folgenden vier Routen im Detail betrachtet wurden.


Radweg Holler-Montabaur (Bild: Sweco)


Alle vier Routen wurden mit einer einheitlichen Matrix anhand der Kriterien Alltagstauglichkeit, Reisezeit, Sicherheit und Realisierbarkeit bewertet. Daraus ging die Streckenkombination dunkelrot-hellrot als klar beste Variante hervor - trotz vergleichsweise hoher Kosten. Dabei würde der kombinierte Fuß-/Radweg aus Holler kommenden rechts neben der L326 (östlich) angelegt, die entsprechenden Flächen sind seit mehr als zehn Jahren dafür vorgesehen. Auf Höhe der Brücke über den Stelzenbach müsste eine eigene kleine Brücke für den Fuß-/Radweg angelegt werden, denn ansonsten müsste neben der Fahrbahn auf der vorhandenen Brücke eine Fuß-/Radspur von der Straße abgeteilt werden, was die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gefährden würde. Die Kosten für dieses Bauwerk werden auf rund 800.000 Euro geschätzt. Im weiteren Verlauf würde der Fuß-/Radweg parallel zur L326 geführt, dort als 2,5 Meter breite Trasse mit Asphalt und durchgängiger Beleuchtung. Kurz vor Montabaur trifft die Route dann zunächst auf die L313 (Pappelallee) und gleich drauf auf die vierspurige B49. Für die Querung dieser beiden Straßen schlagen die Planer eine eigene Brücke nur für den Fuß-/Radweg vor. Die Kosten für dieses Bauwerk schätzen sie auf rund 1,8 Mio. Euro. Jenseits der neuen Brücke würde der Weg weiter bergan neben der L326 verlaufen und unterhalb der Friedensstraße auf die Peterstorstraße geführt. Die alternativen Varianten zu diesem Bauwerk wäre eine Streckenführung über die Überführung der B49 einseitig oder beidseitig, als eigenständiger Weg oder als abgeteilte Spur auf der Fahrbahn. Alle diese Varianten scheitern an der Statik der Brücke, an der Verkehrssicherheit oder an der Tatsache, dass je nach Streckführung die Fußgänger und Radfahrer mehrfach vielbefahrene Autostraßen überqueren müssten.




Die Beschreibung aller Routen und Varianten würden im Rahmen dieses Berichts zu weit führen. Alle Informationen sind in der Präsentation des Büros Sweco zur Machbarkeitsstudie enthalten und können hier eingesehen werden:   Präsentation





Ausblick


Im Anschluss an die Präsentation des Büros Sweco wurden die verschiedenen Routen und Varianten im Plenum diskutiert, Vor- und Nachteile gegeneinander gestellt. Viele Teilnehmer favorisierten die dunkelrot-hellrote Route mit den zwei Brücken-Neubauten. Allerdings sei dies die teuerste und deshalb wohl unwahrscheinlichste Variante, so die Kommentare aus dem Publikum. Oberstes Ziel sei aber, einen alltagstauglichen Fuß-/Radweg möglichst bald zu bekommen. Doch wie kann dieses Ziel erreicht werden? Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich zeigte sich zunächst erleichtert, „dass wir uns nicht mehr so auf die Sanierung der B49-Brücke fokussieren müssen, weil es – technisch betrachtet – eine wenig geeignete Variante ist und wir jetzt eine bessere Lösung vorliegen haben.“ Er bedauerte, dass die geladenen Vertreter des LBM aus terminlichen Gründen die Einladung zum Infoabend abgesagt hätten. Er versprach, bald möglichst wieder das Gespräch mit dem LBM zu suchen, die Studie vorzulegen und sie dort anerkennen zu lassen. Außerdem sei es wichtig, dass die Studie dem Landtag vorgelegt würde, denn schließlich würde dort der Investitionsplan für den Straßenbau verabschiedet und dafür müssten die Abgeordneten die fachlichen Grundlagen haben. „Das Land darf sich nicht aus dem Fahrradwegebau im Westerwald zurückziehen. Der Knoten muss jetzt durchschlagen werden. Das Projekt hat Symbolcharakter“, so das Fazit des Bürgermeisters. Die beiden Landtagsabgeordneten Jenny Groß und Dr. Tanja Machalet sagten ihre Unterstützung zu, die Ergebnisse der Studie nach Mainz zu tragen.



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