Westerwaldkaserne wird zu neuem Stadtteil


Westerwaldkaserne wird zu neuem Stadtteil


Jetzt steht es fest: Die ehemalige Westerwaldkaserne in Montabaur wird in den nächsten Jahren zu einem neuen Stadtteil entwickelt, für den sowohl gewerbliche Nutzung als auch verschiedene Wohnformen vorgesehen sind. In einer gemeinsamen Sitzung stimmten der Stadtrat und der Verbandsgemeinderat einem städtebaulichen Vertrag zu, der nun mit dem Investor, der Firma Quartiersmanufaktur aus Trier geschlossen, werden soll.






 

Die Vorgeschichte


Im Jahr 2004 wurde der Bundeswehrstandort Montabaur aufgegeben. Danach erhielt die  Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den Auftrag, das Gelände zu  vermarkten. Von Seiten der Stadt Montabaur  wurde zunächst die Entwicklung von ICE-Park und Aubachviertel vorangetrieben. Nachdem die Vermarktung der Grundstücke dort erfolgreich verlief, wurde der BImA signalisiert, dass sie nun die Kaserne zum Verkauf anbieten kann. Dazu leitete die BImA im Jahre 2009 ein so genanntes Markterkundungsverfahren ein. Höchstbietender in diesem Verfahren war eine türkische Investorengruppe, mit der über einen städtebaulichen Vertrag verhandelt, aber keine Einigkeit erzielt wurde. Daher wurde im Dezember 2012 vom Stadtrat beschlossen, dafür keinen Bebauungsplan aufzustellen. Die Firma I-Value, Trier, hatte im Rahmen des Markterkundungsverfahrens ebenfalls ein Angebot abgegeben, dabei aber Diskretion gefordert, solange nicht weitgehend sicher sei, dass sie „zum Zuge“ kommen könne. Sie stellte im März 2013 ihr Konzept im Stadtrat vor und fand breite Zustimmung in allen Fraktionen. Zwar ist die BImA Verkäuferin der Immobilien, aber Verbandsgemeinde und Stadt müssen über den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan Baurecht für das Areal schaffen und sitzen somit mit am Verhandlungstisch.

 

 

Die Investoren


„Montabaur ist überraschend“, sagte Dr. Martin Koch, der Kopf der Investorengruppe, als er sich im Stadt- und Verbandsgemeinderat vorstellte. Koch ist Projektentwickler und hat die Stadt Montabaur bereits bei der Entwicklung von ICE-Park und Aubachviertel beraten. Zusammen mit seinem Partner Jan Eitel hat er schon mehrere Konversionsprojekte im Raum Saarland / Eifel realisiert, besonders bekannt sind die ehemaligen Kasernen Petrisberg und Castelnau in Trier. Aber auch in Freiburg hat man sehenswerte Projekte erfolgreich gestaltet. Jan Eitel ist spezialisiert auf die so genannte Revitalisierung von Altflächen, also darauf, alte Immobilien und Areale mit neuen Ideen und neuem Leben zu füllen. Der dritte im Bunde ist der Unternehmer Jürgen Raber aus Ottweiler, der das Unternehmen „Ottweiler Baugesellschaft (OBG) in zweiter Generation führt. Heute ist die OBG eine breit aufgestellte Aktiengesellschaft mit mehreren Unternehmensbereichen und 700 Mitarbeitern. Jürgen Raber ist Vorsitzender des Aufsichtsrats und Hauptgesellschafter. Er stellte zu Beginn seiner Ausführungen klar: „Bei der Sanierung der Westerwaldkaserne wollen wir die Kompetenzen unseres Unternehmens nutzen, jedoch schwerpunktmäßig mit Firmen aus der Region zusammenarbeiten. Unser Bauunternehmen ist gut ausgelastet. Wir möchten in Montabaur Unternehmen der Region einsetzen, auch um für die Akzeptanz des Projektes zu werben.“ Gemeinsam gründeten die Investoren die Firma Quartiersmanufaktur (QM), die nun als Vertragspartner von Stadt und VG  auftritt.


Das Konzept


Die ehemalige Westerwaldkaserne umfasst eine fast dreieckige Fläche von ca. 40 Hektar und wird von der Koblenzer Straße, der Bundesstraße B49 und dem Flugplatz begrenzt. Die Gebäude (Hallen, Bürogebäude und Wohnhäuser) haben eine Nutzfläche von rund 55.000 Quadratmetern, von denen nach derzeitiger Planung rund 35.000 Quadratmeter saniert und erhalten bleiben sollen, der Rest wird abgerissen. Besonders angetan sind die Investoren von der üppigen Grünstruktur auf dem Gelände. „Wir wollen den parkähnlichen Charakter erhalten und nur dort in die Natur eingreifen, wo es unbedingt sein muss“, so Dr. Koch. Die Entwicklung des neuen Stadtteils soll schrittweise erfolgen und sich über einen Zeitraum von 10-15 Jahren erstrecken. Nachdem Stadt und VG Baurecht geschaffen haben, sollen die Bauarbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2014 beginnen.


Entwicklungsbereiche der ehemaligen Westerwaldkaserne (zur Vergrößerung anklicken)


Die folgenden Ziffern beziehen sich auf die Grafik und bilden auch in etwa die Folge der geplanten Entwicklungsschritte ab:

 

1 Entree

Der Eingangsbereichs Entrée befindet sich links und rechts der Koblenzer Straße und der bislang einzigen Zufahrt zu dem Gebiet. Das Entrée soll der Versorgung des Quartiers dienen. Hier könnte ein Lebensmittelmarkt entstehen, Dienstleistungsangebote sowie kleine Büroeinheiten.

 

‚2 Werkhallen

Die großen Werkhallen entlang der Koblenzer Straße werden saniert und stehen dann als Werkstätten oder Lager für Handel und Gewerbe zur Verfügung. Hallen und Zwischenflächen werden einheitlich gestaltet.

 

ƒ3 Werkstudios

In den ehemaligen Fahrzeughallen sollen hochwertige Ausstellungs- und Arbeitsflächen für die Zweige Service und Dienstleistung entstehen. Die Hallen werden zu so genannten Lofts ausgebaut, in denen sich Wohnen und Arbeiten unter einem Dach kombinieren lassen.

 

„4 Grüner Wohnen

Auf dem alten Sportplatz am unteren Rand des Geländes soll ein kleines Neubaugebiet für Wohnhäuser entstehen. Die oberhalb gelegenen alten Verwaltungsgebäude werden zu Apartments und Maisonettwohnungen umgebaut – zur Miete oder zum Kauf.

 

…5 Familienapartments am Campus

Die verschiedenen Gebäude oberhalb der ehemaligen Kantine sollen modernisiert und umgebaut werden. Dort soll günstiger Wohnraum zum Mieten und Kaufen entstehen mit gemeinsam genutzten Wohnhöfen und Freiflächen.

 

†6 Campus

Erst den späten 90ziger Jahren entstand das große Schulungs- und Kantinengebäude mit dem begrünten Innenhof. Das Gebäude soll nun zum Zentrum des neuen Stadtteils werden. Hier könnten private Bildungseinrichtungen Platz finden sowie Sonderwohnformen für alte und/oder behinderte Menschen entstehen.

 

‡7 Atelierwohnen

Die ehemaligen Wohngebäude werden modernisiert und umgebaut. Durch einen neuen Zuschnitt und eine individuelle Fassadengestaltung entstehen moderne Wohneinheiten. Großzügige Grünflächen umgeben die Gebäude.

 

ˆ8 Waldomizile

Die exklusive Lage direkt am Wald bietet sich an für die Erschließung großzügiger Wohngrundstücke zur hochwertigen und individuellen Bebauung. Ein Teil der noch in diesem Bereich befindlichen Gebäude wird abgerissen.

 

Die Investoren von QM präsentierten ihr Konzept während der gemeinsamen Sitzung von Stadt- und Verbandsgemeinderat. Sie betonten, dass aus ihrer Sicht das große Plus des Geländes neben der vorhandenen Grünstruktur in der Diversifizierung des Angebots liege: Sowohl im Gewerbebereich als auch beim Wohnen können sehr unterschiedliche Formen und Nutzungsmöglichkeiten angeboten werden und die Anforderungen der künftigen Mieter oder Käufer berücksichtigt werden. Auch die Gliederung des Geländes sei ideal dafür. Für die Stadt Montabaur sei es ein großer Vorteil, wenn Planung und Umsetzung aus einer Hand kämen, denn nur so könne ein solches Konzept einheitlich und stringent umgesetzt werden. Die vorhandenen Straßen und das Kanal- und Trinkwassersystem werden von den Investoren ertüchtigt und der Stadt Montabaur als öffentliche Straßen bzw. den Verbandsgemeindewerken als Erschließungsanlagen übereignet.

 

 

Der städtebauliche Vertrag


Die Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur sowie die Verbandsgemeindewerke auf der einen und die Firma Quartiersmanufaktur auf der anderen Seite schließen einen städtebaulichen Vertrag, der die Grundzüge der Zusammenarbeit festschreibt. Bürgermeister Edmund Schaaf erläuterte: „Ein Bebauungsplan schafft Baurecht, begründet aber keine Pflicht entsprechend zu bauen. In dem städtebaulichen Vertrag werden Pflichten der Investoren geregelt und ihre Erfüllung durch An- und Vorkaufsrechte der Stadt gesichert.“ In diesem Vertrag ist auch geregelt, wer welche Aufgaben und Pflichten hat und wer welche Kosten trägt. Soweit erforderlich werden später Details in so genannten Umsetzungsverträgen festgelegt. Sollte sich im Laufe der Bauzeit durch den Zuzug von Familien mit Kindern Bedarf für einen neuen Kindergarten abzeichnen, könnte dieser auch in der ehemaligen Kaserne gebaut werden. Vertraglich gesichert ist, dass QM der Stadt Montabaur dafür rund 2.500 Quadratmeter Bauland kostenlos überlassen wird. Der Verbandsgemeinderat stimmte einstimmig und der Stadtrat mit zwei Gegenstimmen (Fraktion BfM) dem städtebaulichen Vertrag zu. Außerdem beschlossen beide Gremien die Einleitung eines Parallelverfahrens zur Änderung des Flächennutzungs- bzw. Aufstellung eines Bebauungsplans. Abschließend sprach Stadtbürgermeister Klaus Mies von einem „weiteren Meilenstein in der Entwicklung der Stadt.“ Und Bürgermeister Edmund Schaaf ergänzte: „Unsere Partner haben mein volles Vertrauen. Die Verhandlungen waren sehr zielorientiert. Bei gegensätzlichen Interessen wurden faire Lösungen gefunden. Das Ergebnis ist gut für die Stadt und die VG. Davon bin ich überzeugt.“

 




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