Montabaur, Holler, Ruppach-Goldhausen


Stolpersteine




Stolpersteine erinnern an NS-Opfer

Zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes verlegt der Aktionskünstler Gunter Demnig so genannte Stolpersteine in vielen Städten und Gemeinden.





 

Auch in Montabaur, Holler und Ruppach-Goldhausen erinnern fortan kleine Messingtafeln in den Gehwegen an die Menschen, die im Dritten Reich verfolgt, verschleppt und ermordet wurden.


Bereits im September 2012 hatte Gunter Demnig die ersten fünf Stolpersteine in der Innenstadt von Montabaur verlegt. Jetzt kamen 20 weitere hinzu, die er im Vorderen Rebstock, im Steinweg und am Kleinen Markt sowie in der Herzog-Adolf-Straße und der Alleestraße in das Pflaster der Gehwege einbettete. „Hier wohnte…“ – mit diesen Worten beginnt die Inschrift der kleinen Messingtafeln, die vor den Häusern verlegt werden, wo ein NS-Opfer seinen letzten frei gewählten Wohnsitz hatte. Trotz Eis und Schnee begleiteten viele Bürgerinnen und Bürger, darunter auch einige Mitglieder des Stadtrats, Demnig bei seinem Gang durch die Stadt. Die Schülerinnen Annika Lante und Carolin Schwaderlapp vom Landesmusikgymnasium lasen an jeder der zehn Stationen einen kurzen Text über das Schicksal der jeweiligen NS-Opfer vor und legten eine weiße Rose nieder. Dr. Regina Fiebich vom Stadtarchiv hatte die Biografien sorgfältig und detailliert recherchiert: „Anhand der verschiedenen Quellen können wir die Schicksale der Menschen praktisch lückenlos nachvollziehen. Eine Geschichte ist bedrückender als die andere.“ Am Ende der Verlege-Arbeiten empfing Stadtbürgermeister Klaus Mies den Aktionskünstler und seine Begleiter in der Bürgerhalle. In seinem Grußwort ging er vor allem auf die jüdischen NS-Opfer ein, die „voll in die Bevölkerung integriert waren. Sie lebten unter uns als deutsche Bürger jüdischen Glaubens. Sie waren im Geschäftsleben, den Vereinen und auch im Stadtrat aktiv.“ Die Stolpersteine überall in der Stadt, halten nun das Gedenken an die Mitbürger von damals wach und „mahnen uns, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder vorkommen darf.“ Klaus Mies bedankte sich bei Paul Widner, dem Initiator des Projektes Stolpersteine. Ein Beschluss des Stadtrats sowie private Spenden von Bürgern machten dieses Projekt möglich.


Am Nachmittag reiste Gunter Demnig zunächst weiter nach Holler, wo ein Stolperstein Adolf Adam Edel verlegt werden sollte. Edel wurde als politisch Verfolgter erschossen - wenige Stunden vor dem Einmarsch der Amerikaner im Westerwald. In der Hauptstraße von Ruppach-Goldhausen erinnert jetzt ein Stolperstein an den Pallottinerpater Richard Henkes, der in Ruppach geboren wurde. Als Priester nutzte er seine Position, um von der Kanzel zum Widerstand gegen das NS-Regime aufzurufen. Er wurde ins KZ Dachau gebracht und starb dort an Typhus, nachdem er einige Monate lang freiwillig Typhuskranke gepflegt hatte.


Der Aktionskünstler Gunter Demnig im Gespräch mit Dr. Regina Fiebich, der Leiterin des Stadtarchivs.


Der Aktionskünstler Gunter Demnig im Gespräch mit Dr. Regina Fiebich, der Leiterin des Stadtarchivs.


Werner Pehl vom städtischen Bauhof half Gunter Demnig beim Verlegen der Stolpersteine.


Werner Pehl vom städtischen Bauhof half Gunter Demnig beim Verlegen der Stolpersteine.


Stadtbürgermeister Klaus Mies begrüßte die Gäste in der Bürgerhalle.


Stadtbürgermeister Klaus Mies begrüßte die Gäste in der Bürgerhalle.


Für jeden neuen Stolperstein legte die Schülerin Carolin Schwaderlapp eine weiße Rose nieder.


Für jeden neuen Stolperstein legte die Schülerin Carolin Schwaderlapp eine weiße Rose nieder.


Einfühlsam trug die Schülerin Annika Lante die Schicksale der NS-Opfer vor.


Einfühlsam trug die Schülerin Annika Lante die Schicksale der NS-Opfer vor.


Das Ensemble „Clari d’Or“ vom Landesmusikgymnasium gab der Gedenkstunde in der Bürgerhalle den musikalischen Rahmen.


Das Ensemble „Clari d’Or“ vom Landesmusikgymnasium gab der Gedenkstunde in der Bürgerhalle den musikalischen Rahmen.


Im Vorderen Rebstock lebten einst viele jüdische Familien. Hier wurden zehn Stolpersteine verlegt.


Im Vorderen Rebstock lebten einst viele jüdische Familien. Hier wurden zehn Stolpersteine verlegt.


Stolpersteine


Ruppach-Goldhausen: Nachdem der Stolperstein für Richard Henkes verlegt war, traf man sich noch zu Kaffee und Kuchen. Pallottinerpater Norbert Possmann berichtete inzwischen vom Leben und Wirken seines Ordensbruders.


Ruppach-Goldhausen: Nachdem der Stolperstein für Richard Henkes verlegt war, traf man sich noch zu Kaffee und Kuchen. Pallottinerpater Norbert Possmann berichtete inzwischen vom Leben und Wirken seines Ordensbruders.


Holler: Gunter Demnig (l.) im Gespräch mit Armin Hannappel, dem Enkel des NS-Opfers Adolf Adam Edel. Hannappel hatte den versammelten Hollerer Bürgern vom Schicksal seines Großvaters berichtet.


Holler: Gunter Demnig (l.) im Gespräch mit Armin Hannappel, dem Enkel des NS-Opfers Adolf Adam Edel. Hannappel hatte den versammelten Hollerer Bürgern vom Schicksal seines Großvaters berichtet.



Kurz-Biografien


Bekanntes aus dem Leben der NS-Opfer (PDF-Datei 0,179 MB)



Bildergalerie



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