Neues technischen Verfahren in Montabaur vorgestellt


Verbandsgemeindewerke prüfen Einsparpotential bei Schachtsanierung  

Verbandsgemeindewerke prüfen Einsparpotential bei Schachtsanierung
Zur Kanalisation gehören nicht nur Kanäle und Rohre, sondern auch Schächte sind ein fester und wichtiger Bestandteil eines jeden Kanalnetzes. Sie ermöglichen den Zugang zum ...


 

... Entwässerungssystem und werden dann geöffnet, wenn zum Beispiel Wartungs- oder Sanierungsarbeiten am Kanalnetz anstehen. In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es insgesamt 10.900 Schachtbauwerke.  

Das Gesetz verpflichtet die Kommunen dafür zu sorgen, dass kein Grundwasser in die Abwassereinrichtungen eindringen und kein Abwasser aus den Einrichtungen austreten kann. Auch Schachtbauwerke müssen diesen Anforderungen genügen. Der Sanierungsbedarf im Gebiet der Verbandsgemeinde Montabaur wird auf 4.500 Schächte geschätzt. Pro Schachterneuerung in offener Bauweisefallen fallen durchschnittlich Kosten von 3.000 bis 4.500 Euro an. Ein neu auf den Markt gebrachtes technisches Verfahren zur Kanalsanierung verspricht ein Einsparpotential von bis zu 50 Prozent. „Da es deutschlandweit erst wenige Erfahrungen mit dem innovativen Verfahren gibt, haben wir uns für einen Praxistest entschieden. Vor Ort prüfen wir, ob sich die neue Technik das hält, was die Werbeprospekte versprechen.“ erklärt Michael Maurer, der verantwortliche Projektleiter und Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke.

 

Ein sanierungsbedürftiger Schacht im Montabaurer Steinweg, in dem zurzeit ohnehin die auf öffentlichen Grund liegenden Hausanschlüsse saniert werden, dient dieser Tage als Versuchsobjekt. Neben Jürgen Klaeser, dem Werkleiter der Verbandsgemeindewerke Montabaur, nutzten Werner Wenig, Werkleiter der Verbandsgemeindewerke Diez, und weitere Mitarbeiter der Nachbarkommune die Gelegenheit, das neue Verfahren in Augenschein zu nehmen. Zusätzlich brachten die beteiligten Firmen Kunden aus Irland mit, so dass ein großer Kreis interessierter Beobachter die drei erforderlichen Verfahrensschritte verfolgte.

 

Erster Arbeitsschritt ist die Reinigung des Schachtes. Dies ist erforderlich, damit der im letzten Arbeitsschritt anzubringende Spezialmörtel auf der Schachtwand optimal haften bleibt. Die Reinigung erfolgt mittels eines speziell entwickelten Hochdruckreinigers. Dieser wird vom Begleitfahrzeug aus in den Schacht abgelassen und von dort aus gesteuert. „Dieses Verfahren ermöglicht eine effektive und gleichmäßige Reinigung des Untergrunds.“, erläutert Peter Markolwitz, Vertriebsleiter der Firma HDT Hochdruckdosiertechnik. In einem weiteren Arbeitschritt überprüft ein Mitarbeiter die Reinigungsleistung im Schacht und verputzt schwer zugängliche Stellen per Hand. Damit bereitet er das Bauwerk auf die eigentliche Sanierung im so genannten Spritzschleuderverfahren vor. Im letzten Arbeitsschritt fährt ein rotierender Schleuderkopf im Schacht auf und ab. Mit bis zu 4.000 Umdrehungen und einer Geschwindigkeit von 18 Metern pro Sekunde wird der über eine Pumpe beförderte Spezialmörtel an die Wand gespritzt.

 

„Die maschinelle Abdichtung erfolgt schnell, gleichmäßig und sauber. Sie bietet damit gegenüber der manuellen Arbeitsweise, dem üblichen Verputzen, entscheidende Vorteile. Darüber hinaus erhöht das automatische Verfahren die Arbeitssicherheit, denn kein Mitarbeiter muss mehr über längere Zeit mit Atemmaske und Schutzanzug im engen Schacht arbeiten.“, erläutert Dominic Gasshof, ein Mitarbeiter der Firma MC-Bauchemie.

 

„Das Spritzschleuderverfahren hat sich im Test vor Ort bewiesen. Es ist wirtschaftlicher als der bisher übliche Neuaufbau von Schachtanlagen. Darüber hinaus bietet das Verfahren einen weiteren Vorteil für die Bürger: Wenn aufwendige Grabungsarbeiten entfallen, können notwendige Straßensperrungen auf ein zeitliches Minimum begrenzt werden. Wir werden daher das Spritzschleuderverfahren zukünftig bei der Ausschreibung öffentlicher Sanierungsaufträge berücksichtigen““ lautet das Fazit des Projektleiters Maurer.

 

Ein Blick unter den Kanaldeckel:  Ein Mitarbeiter der Firma MC-Bauchemie bereitet den Schacht für die maschinelle Sanierung vor.


Ein Blick unter den Kanaldeckel:  Ein Mitarbeiter der Firma MC-Bauchemie bereitet den Schacht für die maschinelle Sanierung vor.

 

Diskussionen rund um den Schacht: Projektleiter Michael Maurer (2.v.l.) ist für die Sanierung der Schachtbauwerke zuständig. Er hat den von vielen Fachkräften besuchten Praxistest organisiert.

 

Diskussionen rund um den Schacht: Projektleiter Michael Maurer (2.v.l.) ist für die Sanierung der Schachtbauwerke zuständig. Er hat den von vielen Fachkräften besuchten Praxistest organisiert.




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