Beraten und beschlossen

Sommersitzung des Verbandsgemeindesrates

Trotz sommerlicher Temperaturen und dem einen oder anderen „heißen Eisen“ auf der Tagesordnung behielten die Mitglieder des Verbandsgemeinderates (VGR) einen kühlen Kopf bei ihren Beratungen. Dabei ging es unter anderem um die Schließung der „alten Augsthalle“ in Neuhäusel, um die Übernahme der Tourismus-Information, um ein Entwicklungskonzept für die Verbandsgemeinde und um geplante Umbaumaßnahmen im Montabaurer Rathaus. 


 

Alte Augsthalle Neuhäusel


Bei drei Enthaltungen hat der VGR einstimmig beschlossen, die so genannte „alte Augsthalle“ zum Jahresende außer Betrieb zu nehmen. Außerdem wurde die die Verwaltung beauftragt, einen möglichen Betreiber oder Träger für die Halle zu suchen und einen neuen Belegungsplan für die zweite Sporthalle, die „neue Augsthalle“, zu erarbeiten. Dabei sollen die Interessen aller von der Schließung betroffenen Vereine berücksichtigt werden. Die rechtliche Ausgangslage ließ den Ratsmitgliedern wenig Spielraum bei ihrer Entscheidung.

 

Zum Hintergrund: Die „alte Augsthalle“ wurde Ende der sechziger Jahre vom Schulzweckverband Augst, dem die Ortsgemeinden Eitelborn, Kadenbach, Neuhäusel und Simmern angehörten, als Schulsporthalle für die Augst-Schule erbaut. Nach der Gründung der Verbandsgemeinde Montabaur übernahm diese im Jahr 1975 die Trägerschaft für die Schule und damit auch für die Halle. Weil die Kapazitäten einer Halle bald nicht mehr ausreichten, um den Bedarf der Grund- und Hauptschule zu decken, ließ die VG in den achtziger Jahren eine zweite Sporthalle, die „neue Augsthalle“, errichten. Beide Hallen werden außerhalb der Unterrichtszeit von insgesamt acht Sportvereinen sowie weiteren Gruppierungen aus den Augstgemeinden zum Training genutzt. Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen in den letzten Jahren und der Tatsache, dass im Sommer dieses Jahres der Hauptschulzweig der Augst-Schule endgültig aufgelöst wird, bedarf es nunmehr lediglich einer Turnhalle für den Sportunterricht der Grundschule mit derzeit 12 Klassen. Dafür reicht die „neue Augsthalle“ völlig aus, zumal diese moderner und größer ist und bei Bedarf geteilt werden kann. Aufgrund gesetzlicher Regelungen muss die VG die alte Halle nun an die Ortsgemeinden des ehemaligen Schulzweckverbandes zurückgeben; sofern diese die Rückübertragung beantragen. Im Vorfeld hatten die vier Ortsbürgermeister Norbert Blath, Helmut Marx, Werner Christmann und Jörg Haseneier bereits signalisiert, dass sie aufgrund der angespannten Haushaltslage ihrer Ortsgemeinden die Halle nicht übernehmen können, zumal erheblicher Sanierungsbedarf von rund 1,2 Mio. Euro besteht. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Ortsgemeinderäte informierte die VG-Verwaltung über die Situation und die anstehenden Entscheidung im VGR.

 

„Wir haben auch geprüft, ob wir die Halle eventuell als zentrale Sportstätte für die VG weiterführen könnten. Aber da ist die Gemeindeordnung eindeutig: Eine zentrale Sportstätte in diesem Sinne muss von der Mehrheit aller Ortsgemeinden genutzt werden können. Das trifft auf die „alte Augsthalle“ nicht zu.“, erläuterte Andree Stein, Erster Beigeordneter und Schuldezernent. Er nannte das Mons-Tabor-Bad in Montabaur als Beispiel für eine zentrale Sportstätte. Bürgermeister Edmund Schaaf wies Kritik zurück, die VG habe ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt, weil sie die Halle nicht saniert habe. „Der Sanierungsbedarf ist erst in den letzten Jahren sichtbar geworden. In dieser Zeit konnten wir bereits absehen, dass wir die Halle für unsere schulischen Zwecke mittelfristig nicht mehr brauchen würden. Es wäre fahrlässig gewesen, in dieser Situation viel Geld in die Sanierung einer Sporthalle mit ungewisser Zukunft zu stecken. Wir haben die Halle die ganze Zeit über betriebsbereit gehalten – auch für die Sportvereine.“ Am Ende der Diskussion zog er das Fazit: „Als Schulträger können und dürfen wir die Halle nicht weiter halten. Wenn sich keine andere Lösung findet, müssen wir sie außer Betrieb setzen und schließlich abreißen.“

 

Unterdessen deutete Norbert Blath, Ortsbürgermeister von Eitelborn, an, dass es bereits erste Ansätze und Gespräche zum Erhalt der Halle gäbe. Die Sportvereine hätten ihren Bedarf an einer zweiten Sportstätte neben der „neuen Augsthalle“ schlüssig dargelegt. So prüfe man nun die Idee eines Trägervereins, dem neben den Sportvereinen auch die Ortsgemeinden angehören könnten. Vielleicht, so hofft Blath, findet sich auch ein privater Investor, der mit einsteigen möchte. Bis zum Jahresende wird die Verwaltung unter Beteiligung aller Nutzer beider Augsthallen ein Konzept entwickeln, wie der Trainingsbetrieb ab den 1.1.2011 in nur einer Halle aussehen könnte. 

 

Hier können Sie den vollständigen Beschlusstext mit allen Hintergrundinformationen lesen bzw. herunterladen: Beschlussvorlage (PDF-Datei 0,78 MB)

 

Augsthalle Neuhäusel

 

Tourismus-Information

Wandern – Radwandern – Reiten. Das sind die touristischen Schwerpunkte der Verbandsgemeinde Montabaur für die Zukunft. Die dazugehörigen touristischen Basisfunktionen wie Unterkünfte, Gastronomie und sonstige Angebote sollen ausgebaut und vor allem besser vernetzt werden. Daran arbeitet seit einem Jahr die Tourismusbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur Karin Maas. Die klassischen Aufgaben einer Tourismus-Information wie z.B. die Vermittlung von Unterkünften nimmt seit Jahren die Westerwald Touristik-Service GmbH für Stadt und VG wahr. Als Regionalagentur mit Sitz in Montabaur vertritt sie übergreifend alle Verbandsgemeinden im Westerwaldkreis sowie den Landkreis Altenkirchen, Teile des Landkreises Neuwied und einige hessische Gemeinden, die zum geografischen Westerwald gehören. Allerdings übernimmt die Westerwald-Touristik nur für Montabaur zusätzlich die Funktion einer örtlichen Tourismus-Information. Die entsprechenden Verträge standen nun auf dem Prüfstand und als Fazit daraus hat der VGR einstimmig beschlossen, ab dem 1.1.2011 eine eigene Tourismus-Information im Montabaurer Rathaus einzurichten. Ein Konzept dazu wird die Verwaltung bis zum Herbst vorlegen. „Wir sollten die Chance nutzen, unser eigenes touristisches Profil heraus zu stellen und die Vermarktung selbst in die Hand zu nehmen.“, sagte Dr. Wolfgang Neutz, Fraktionsvorsitzender der CDU.

 

 

Entwicklungskonzept für die Verbandsgemeinde

Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der Ortsgemeinden. Es geht um die Frage, wie das Leben im Dorf in 10, 20 oder 30 Jahren aussehen kann. Und es geht darum, welche Weichen schon heute wie gestellt werden müssen, um die Ortsgemeinden fit für die Zukunft zu machen, sie als attraktiven Lebensraum zu gestalten und zu erhalten. Diese Fragen sollen nun aufgegriffen und im Rahmen eines professionell erstellten Entwicklungskonzeptes beantwortet werden. Der VGR hat beschlossen, ein solches Konzept in Auftrag zu geben, das auch eine systematische und fundierte Befragung und Beteiligung der Bevölkerung beinhalten soll. Die Verwaltung wurde außerdem beauftragt unter den benachbarten Verbandsgemeinden mögliche Kooperationspartner für das Projekt zu suchen. „Unsere Verbandsgemeinde ist eine lebenswerter Wohnraum und ein starker Wirtschaftsstandort. Wir wollen, dass das so bleibt. Deshalb müssen wir schon heute für das Morgen arbeiten.“, formulierte Bürgermeister Edmund Schaaf das Ziel.

 

 

Umbaumaßnahmen im Rathaus Montabaur

Sowohl für das historische Rathaus der Stadt Montabaur (Altbau) als auch für das Rathaus der VG (Neubau) bestehen weit reichende Sanierungsauflagen zur Verbesserung des Brandschutzes. Deren Umsetzung steht nun an und würde laut Gutachten rund 1,8 Mio. Euro kosten, aber keine funktionale Verbesserung bringen – im Gegenteil sogar Nachteile für die aktuelle Raumnutzung bedeuten. Der VGR hat deshalb beschlossen, die Planungen für weitere Umbaumaßnahmen in Auftrag zu geben. Herzstück des erweiterten Konzeptes ist ein neues Treppenhaus mit Aufzug, das in der Passage zwischen Alt- und Neubau entstehen soll und beide Häuser auf allen Ebenen miteinander verbinden würde. Das wird eine verbesserte Nutzung der Räume in den oberen Etagen mit sich bringen, die aktuell aus Gründen des Brandschutzes leer stehen müssen. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme werden auf 3,4 Mio. Euro geschätzt; das Land hat bereits einen Zuschuss in Höhe von 1,27 Mio. Euro bewilligt. Jürgen Kronjäger, Fraktionsvorsitzender SPD, sieht in den Plänen „ein zukunftssicheres Konzept, das ein zukunftssicheres Raumnutzungskonzept beinhaltet.“

 

 

Sonstiges

Im Rahmen der Sitzung informierten Bürgermeister Edmund Schaaf und der Erste Beigeordnete Andree Stein die Ratsmitglieder über den Stand der größeren Baumaßnahmen der VG. Der lange Winter hat fast überall Verzögerung im Zeitplan mit sich gebracht, aber ansonsten laufen alle Maßnahmen nach Plan. Im Montabaurer Aubachviertel, zwischen altem Bahnhof  und ICE-Bahnhof gelegen, haben die Erschließungsarbeiten begonnen und in Nentershausen haben die Verbandsgemeindewerke den ersten Spatenstich für den Neubau einer Kläranlage getätigt. Aus dem Bereich der Schulen berichtete Stein über den Stand der Baumaßnahmen an den Standorten Nentershausen, Horbach, Neuhäusel und Montabaur. Stein informierte, dass die Schulbuchausleihe für die Klassenstufen fünf bis 10 an den Realschulen plus angelaufen ist und die Beteiligung bei 66% und damit über dem Durchschnitt im Westerwaldkreis liegt.


Den gesamten Bericht - wie im Wochenblatt erschienen - können Sie hier einsehen bzw. herunterladen: Sommersitzung des Verbandsgemeinderates (PDF-Datei 0,8 MB)


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