Unser Wild braucht mehr Ruhe


Unser Wild braucht mehr Ruhe

 

Bereits seit Jahrzehnten besteht in dem weiträumigen, geschlossenen Waldgebiet auf der Montabaurer Höhe ein Interessenkonflikt ...




 


... zwischen der intensiven Nutzung als Naherholungsgebiet auf der einen und dem Lebensraum unseres heimischen Wildes auf der anderen Seite. Speziell unsere größte, heimische Wildart, das Rotwild, störungsanfällig und daher scheu, leidet unter dieser Situation, was sich immer wieder in vermehrten Waldschäden widerspiegelt.


Das Rotwild lebt in größeren Rudelgemeinschaften und hat im Vergleich zu anderen Wildarten einen erheblichen Nahrungsbedarf, der in gleichmäßigem Rhythmus gedeckt werden will. Infolge der nahezu ganztägigen Nutzung des Lebensraums durch den Menschen und der natürlichen Scheu des Rotwildes vor dem Menschen, wird das Wild gezwungen, anstatt dem Hunger folgend auf offene Wiesen zur Nahrungsaufnahme auszutreten, die meisten Stunden des Tages in dichten, deckungsreichen Waldbereichen zu verweilen. Dort muss es dann seinen natürlichen Nahrungsbedarf durch Triebe, Knospen und Rinde der Waldbäume decken, was in diesen Gebieten wirtschaftlich fühlbare Schäden am Wald hervorruft.

 

Bereits Ende der 90er Jahre wurde von den Wildbiologen Karl Kugelschafter und Olaf Simon, im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Justus-Liebig-Universität Gießen, ein Lebensraumgutachten erstellt, welches u.a. die Einrichtung von Wildruhezonen zur Entlastung der bevorzugten Einstandsgebiete des Rotwildes, als wichtige Verbesserungsmaßnahme empfahl. Diese Empfehlung wurde zwar lokal in einzelnen Jagdrevieren umgesetzt, jedoch nicht zentral koordiniert und vor allem nicht flächendeckend vernetzt.

 

Die durch die Landesregierung, als Körperschaft des öffentlichen Rechtes installierte Rotwildhegegemeinschaft Montabaurer Höhe Nord hat nun in Kooperation mit allen Wald besitzenden Gemeinden und den zuständigen Forstverwaltungen ein flächendeckendes Wildruhezonen-Konzept erarbeitet, welches ab Mai im hiesigen Wald umgesetzt wird.


So werden im gesamten Bereich der Montabaurer Höhe Wildruhezonen eingerichtet und mit entsprechenden Hinweisschildern gekennzeichnet.


Betroffen hiervon sind keine ausgebauten Wanderwege, sondern ausschließlich Waldschneisen und einzelne, unbefestigte Forstwirtschaftswege, die unmittelbar durch die bevorzugten Aufenthaltsgebiete des Wildes führen.

Durch die Beruhigung dieser Zuwegungen soll erreicht werden, dass sich das Wild innerhalb größerer Waldgebiete ungestört, auch tagsüber bewegen und Futter im natürlichen Lebensraum des Offenlandes aufnehmen kann.

 

Um dieses Konzept erfolgreich umzusetzen, ist neben der Akzeptanz die aktive Unterstützung durch die waldbesuchende Bevölkerung zwingend erforderlich.


Daher bitten die Mitglieder der Rotwildhegegemeinschaft, auch im Namen der Waldbesitzer, die Waldbesucher darum, zum Erfolg des Projekts dergestalt beizutragen, dass sie die ausgewiesenen Ruhezonen von ihren Freizeitaktivitäten aussparen und sie keinesfalls betreten. Nur so kann langfristig ein Ausgleich zwischen menschlichen Interessen und den natürlichen Bedürfnissen unsers Wildes, zum Schutz des Waldes, erreicht werden.

 

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