Information über die Einrichtung einer Unterkunft für Flüchtlinge in Ruppach-Goldhausen




 




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Montabaur/Ruppach-Goldhausen, 12. Oktober 2015

 


 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Unternehmer im Gewerbegebiet Ruppach-Goldhausen,


spätestens seit dem Pressebericht in der Westerwälder Zeitung am 10. Okt. 2015 ist es gewiss: Ab Mitte Oktober werden in der Gewerbehalle des ehemaligen Berufsförderungswerkes im Gewerbegebiet „Südring“ 250 bis 300 Asylbewerber untergebracht. Das Land Rheinland-Pfalz hat diese Halle angemietet und bereitet sie vor. Möglicherweise kommen die ersten Flüchtlinge bereits am 17. Oktober.


Vielleicht denken Sie: „Warum hat man uns nicht früher informiert. Die Vorbereitungen laufen doch schon seit einiger Zeit!“ Wir konnten Sie nicht früher informieren, weil wir selbst erst am Freitagmittag durch die zuständige Ministerin für Integration, Familien, Kinder Jugend und Frauen, Frau Irene Alt, telefonisch informiert wurden. Bemühungen, vorher Informationen zu erhalten, waren nicht erfolgreich. Wir alle wissen nicht, wann genau die Flüchtlinge ankommen, ob es Männer oder Frauen sind und woher sie kommen. Ebenso wenig wissen wir, ob Kinder unter den Flüchtlingen sind. Eine bessere Kommunikation seitens des Landes hätten wir uns gewünscht und hätte es erleichtert, Unterstützung vor Ort zu organisieren und Sie, die Bürgerinnen und Bürger, zu informieren. Wir haben Verständnis dafür, dass die große Zahl der Flüchtlinge die Landesbehörden vor große Herausforderungen stellt. Eine kurze Information direkt nach der Entscheidung, die Halle anzumieten und dort Flüchtlinge unterzubringen wäre u. E. möglich und notwendig gewesen. Immerhin hat Frau Ministerin Alt zugesichert, in den nächsten Tagen eine Informationsveranstaltung durchzuführen, an der sie selbst teilnehmen wolle. Dazu wird sicher sehr kurzfristig eingeladen werden.


Dessen ungeachtet wollen wir uns der Aufgabe stellen, die auch andere Gemeinden bewältigt haben und bewältigen müssen. Ruppach-Goldhausen ist eine weltoffene, christlich geprägte Gemeinde. Das haben die Menschen dort immer wieder bewiesen. Auch wenn hier eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Rheinland-Pfalz entsteht und weder die Ortsgemeinde noch die Verbandsgemeinde  und der Westerwaldkreis dafür zuständig sind, wollen wir den vielen Menschen, die jetzt zu uns kommen, offen und ohne Vorurteile und Vorbehalte begegnen. Ganz überwiegend haben diese Menschen ihre Heimat verlassen, um das Leben ihrer Familie und ihr eigenes Leben zu retten, sind vor Krieg, Terror und Hunger geflohen und haben auf der Flucht Schlimmes erleben müssen. Niemand gibt seine Heimat ohne schwerwiegenden Grund auf.







Nachfolgend möchten wir Ihnen mitteilen, was wir selbst wissen:


  • Die Menschen, die im Gewerbegebiet „Südring“ untergebracht werden, bleiben dort bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag bzw. bis sie einen Landkreis und von dort einer Verbandsgemeinde oder Stadt zugewiesen werden. Es handelt sich um die Außenstelle einer Erstaufnahmeeinrichtung.


  • Es ist eine vom Land betriebene Gemeinschaftseinrichtung, in der eine Gemeinschaftsverpflegung und Betreuung durch das Land bzw. von ihm beauftragten Träger erfolgt.


  • Das Land bzw. der von ihm beauftragte Träger ist auch für die Sicherheit der Einrichtung selbst und in ihr zuständig. Wir erwarten von der Polizei, dass sie dort die erforderliche Präsenz zur Aufrechterhaltung in der Einrichtung und auch ihren Schutz von außen sicherstellt und vom Land, dass ein geeigneter Ordnungsdienst eingesetzt wird, der rund um die Uhr präsent ist.






Was können wir, was können Sie tun?


  • Erfahrungsgemäß benötigen die Menschen, die kaum persönliche Gegenstände mitbringen konnten, warme Kleidung und Decken.


  • Sollten Kinder in der Einrichtung aufgenommen werden, sind Spielsachen und Kinderkleider erforderlich.


  • Wir müssen jetzt von uns aus und in enger Zusammenarbeit mit dem beauftragten Träger organisieren, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um zu helfen, wenn die Menschen Fragen haben, wie es mit Ihnen weitergeht. Hier sind insbesondere Menschen mit Sprachkenntnissen gefragt. Wer Englisch oder Französisch spricht, kann sicher gut helfen. Sollten Sie selbst Arabisch sprechen oder jemand kennen, wären wir dankbar, wenn Sie uns Kontakt vermitteln würden. Solche Menschen werden auch für die Betreuung der Asylbewerber gebraucht, die der Verbandsgemeinde zugewiesen wurden und von ihr in Wohnungen untergebracht worden sind.


  • Die Einrichtung ist nicht eingezäunt. Die Menschen, die dort leben, sind keine Gefangenen und können und werden sich im Umfeld frei bewegen. Begegnen Sie diesen Menschen mit Freundlichkeit und Respekt. Helfen Sie durch Besonnenheit, Offenheit und Toleranz, übertriebene Ängste abzubauen. Angst ist der denkbar schlechteste Begleiter, um gegenüber fremden, verängstigten und demoralisierten Menschen Brücken aufzubauen.

 




Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger und insbesondere liebe Unternehmer und Gewerbetreibende im Gewerbegebiet Ruppach-Goldhausen,


bitte helfen Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten mit, den Menschen, die in der Gewerbehalle im Südring untergebracht werden einen menschenwürdigen Start in ihr neues Leben zu ermöglichen. Dazu gehören nicht nur Nahrung, Kleidung und ein Dach über den Kopf, sondern auch Mitmenschlichkeit und Zuwendung. Wir sind optimistisch, nein sicher, dass wir das gemeinsam schaffen.


Mit freundlichen Grüßen

 

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