Hauptamtliche Gerätewarte für die Feuerwehren


Hauptamtliche Gerätewarte für die Feuerwehren

„Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“. Das gilt für Feuerwehrleute ebenso wie für Fußballer, nur dass Feuerwehrleute im Gegensatz zu Fußballern selten wissen, wann ihr nächster Einsatz ansteht.




 

 

Deshalb müssen die benutzten Gerätschaften möglichst bald nach einem Einsatz wieder in Ordnung gebracht werden. Diese Aufgabe stellt für die ehrenamtlichen Brandschützer oft eine große Belastung dar. Deshalb hat die Verbandsgemeinde Montabaur jetzt zwei hauptamtliche Feuerwehrgerätewarte eingestellt, die sich um die Geräte und Fahrzeuge der 22 Freiwilligen Feuerwehren kümmern und so die rund 600 Aktiven spürbar entlasten.

 

Bereits im Juli haben Christian Becker aus Stahlhofen und Jörg Albrecht aus Neuhäusel ihre neue Arbeitsstelle bei der Verbandsgemeinde Montabaur angetreten. Beide haben eine handwerklich-technische Ausbildung und sind seit vielen Jahren aktiv bei den Freiwilligen Feuerwehren an ihrem Wohnort. „Das war natürlich keine Voraussetzung bei der Einstellung, aber es erleichtert die Zusammenarbeit und die Einarbeitung sehr“, sagte der Erste Beigeordnete Andree Stein, der sich mit beiden zu einer 100-Tage-Bilanz im Feuerwehrgerätehaus in Montabaur traf. In den dortigen Werkstätten sind Becker und Albrecht anzutreffen, wenn sie nicht gerade bei einer der anderen 21 Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde unterwegs sind, um dort Materialien abzugeben, abzuholen oder gleich vor Ort zu überprüfen. „Die technische Ausrüstung der Feuerwehren ist heute sehr vielfältig und sehr anspruchsvoll. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an die Wartung der Geräte. Die gesetzlich vorgeschriebenen Wartungsintervalle sind streng. Das haben unsere Ehrenamtlichen auf Dauer nicht mehr leisten können. Trotz hoher Einsatzbereitschaft der Aktiven blieb vieles liegen. Deshalb hat der Verbandsgemeinderat Ende 2013 grünes Licht gegeben für die Einstellung von zwei hauptamtlichen Gerätewarten“, so Stein. „Schließlich kann von der Funktionalität der Geräte ein Menschleben abhängen. Das müssen wir uns immer vor Augen führen.“ Dies spiegelt sich auch in der Aufgabenbeschreibung von Becker und Albrecht wieder: „Priorität haben bei uns immer die Geräte, die direkt ein Menschleben schützen oder retten. Dabei geht es ebenso um unsere Feuerwehrkameraden wie um die Personen, die von einem Brand, Unfall oder ähnlichem betroffen sind“, so Jörg Albrecht, der sich in erster Linie um die Atemschutzgeräte kümmert. (siehe Infokasten „Atemschutz“).

 

Christian Becker hat seinen Schwerpunkt mehr bei der Wartung der Rettungsgeräte wie Leinen, Leitern, Fahrzeuge, Gurte und Schläuche. „Alles, was auf dem Fahrzeug ständig mitgeführt wird, muss regelmäßig überprüft werden“, so Becker. Dazu zählen auch hydraulische Geräte wie Rettungsscheren und -spreizer sowie pneumatische Hebekissen. Jedes Teil hat seine vorgegebenen Prüfungsintervalle, die eingehalten werden müssen, damit die Feuerwehren im Schadensfall nicht angreifbar sind. Dafür ist auch eine kontinuierliche Dokumentation und Ablage der Prüfberichte erforderlich. „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen aus den Feuerwehren. Die meisten Kameraden sind froh, dass sie von den zeitraubenden Aufgaben im Bereich der Gerätewartung und Dokumentation entlastet sind“ berichtet Timo Maier-Wolf, Feuerwehrsachbearbeiter bei der Verbandsgemeinde und selbst aktiver Feuerwehrmann. Becker und Albrecht brachten durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei den Freiwilligen Feuerwehren schon etliche Vorerfahrungen mit, belegten aber dennoch mehrere Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz, um die Lizenzen als Feuerwehrgerätewart, als Atemschutzgerätewart oder Gefahrstoffgerätewart zu erwerben.

 


 

Atemschutz

 

Im Brandfall geht es praktisch nicht ohne: Atemmasken und so genannte umluftunabhängige Atemschutzgeräte werden auf fast allen Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehren mitgeführt, denn sie schützen das Leben der Kameraden. 320 Masken und 150 Atemschutzgeräte sind ständig im Umlauf und müssen nach jeder Benutzung - egal ob Einsatz oder Übung - überprüft werden. Die Masken werden auf Dichtigkeit und Funktion geprüft, desinfiziert und getrocknet. Aufwändiger ist die Wartung der Atemschutzgeräte, die mit Atemluftflaschen ausgerüstet sind und so die Feuerwehrleute mit frischer Atemluft versorgen. Diese rucksackähnlichen Geräte werden an ein spezielles Prüfgerät angeschlossen, welches wiederum mit einem Computer verbunden ist. „Der eigentliche Prüfvorgang wird vom Computer gesteuert. Das Prüfgerät simuliert eine Beatmungssituation. Dabei werden undichte Stellen oder technische Probleme schnell sichtbar“, erläutert Jörg Albrecht. „Wir überwachen hier den Ablauf und müssen bei Problemen entscheiden, ob wir sie selber beheben oder an eine Fremdfirma vergeben.“ Da jedes Gerät mit einem Barcode versehen ist, haben die beiden Gerätewarte mit Hilfe des Computerprogramms immer einen schnellen Überblick, welchen Prüfstatus welches Gerät gerade hat.

 




Auch das Auffüllen der Atemluftflaschen gehört zu den Aufgaben von Jörg Albrecht  und Christian Becker.

Auch das Auffüllen der Atemluftflaschen gehört zu den Aufgaben von Jörg Albrecht  und Christian Becker.

 

In einem speziellen Wärmeschrank werden die Atemmasken nach der Reinigung getrocknet.

In einem speziellen Wärmeschrank werden die Atemmasken nach der Reinigung getrocknet.

 

 Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Andree Stein (l.) und Feuerwehrsachbearbeiter Timo Maier-Wolf (r.) zogen die beiden neuen Feuerwehrgerätewarte Christian Becker (Mitte links) und Jörg Albrecht eine positive Bilanz über die ersten 100 Tage ihrer Dienstzeit.

 

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Andree Stein (l.) und Feuerwehrsachbearbeiter Timo Maier-Wolf (r.) zogen die beiden neuen Feuerwehrgerätewarte Christian Becker (Mitte links) und Jörg Albrecht eine positive Bilanz über die ersten 100 Tage ihrer Dienstzeit.

 

 

 


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